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Frühmittelalterliche Besiedlungsstruktur im Südostalpenraum

FWF Projekt Joint Programme 01.12.2018-30.11.2021

Leitung: Benjamin ŠTULAR

Leitung Universität Graz: Manfred LEHNER

Mitarbeiter: Christopf GUTJAHR, Stephan KARL, Iris KOCH, Edisa LOZIC

Lead Partner: ZRC SAZU - Institut für Archäologie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften 

Weitere Projektpartner: Zavod za varstvo kulturne deiščine Slovenije

Projektbeschreibung

Das Institut für Antike der Universität Graz ist Projektpartner in einem vom FWF und ARRS (Slovenian Research Agency) finanzierten Projekt zu frühmittelalterlichen Siedlungsstrukturen im Südostalpenraum.

Ziel des Projekts ist es, eine analytische Zusammenschau der Besiedlung im Südostalpenraum während des Frühmittelalters (ca. 500–1000 n. Chr.) zu erarbeiten. Dazu werden zwei Ansätze verfolgt, einerseits eine raumzeitliche Analyse der Siedlungsmuster in der Gesamtregion und andererseits die Untersuchung dreier ausgewählter Mikroregionen im Hinblick auf besondere wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Fragestellungen.

Quellen der Archäologie des Frühmittelalters im Südostalpenraum sind Gräberfelder, Hortfunde und Siedlungsbefunde. Ein besseres Verständnis dieser Periode ist durch den mangelhaften Kenntnisstand zu Siedlungen und deren archäologischer Evidenz eingeschränkt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass 1) Funde und Befunde im Vergleich zu anderen Perioden spärlich sind, und 2) viele frühmittelalterliche Fundstellen eine bis heute nachhaltige Platzkontinuität aufweisen. Trotzdem hat sich in den letzten zwanzig Jahren die Anzahl bekannter Siedlungsstellen vor allem durch Notgrabungen entlang linearer Großbauprojekte deutlich erhöht; allerdings ist weniger als ein Viertel dieser Neuentdeckungen eingehend analysiert und publiziert. Der schlechte siedlungsarchäologische Forschungsstand ist also das Hauptproblem der Frühmittelalterforschung im Südostalpenraum. Hier durch synthetische Forschungsansätze Abhilfe zu schaffen, was nunmehr zum ersten Mal durch den Zugriff auf genügend Siedlungsdaten auch möglich geworden ist, stellt das Hauptziel des Projekts dar.

Zu diesem Zweck werden zwei Zielrichtungen verfolgt: 1) Eine Analyse des gesamten Südostalpenraums, die sich auf räumliche und zeitliche Veränderungen im Siedlungswesen konzentriert, und 2) eine Analyse von drei ausgewählten Mikroregionen (Bled, Leibnitz, Ptuj), anhand derer grundlegende, auf die Gesamtregion umlegbare Fragestellungen sozioökonomischer Natur untersucht werden können: a) Entwicklung territorialer Einheiten (z. B. župa); b) Entwicklung des frühmittelalterlichen Fürstentums, und c) Art und Weise des Übergangs frühmittelalterlicher Verwaltungsstrukturen in das hochmittelalterliche Feudalsystem.

Die Hauptdatenquelle für die Regionalanalyse stellt die webbasierte ZVIBA-Datenbank dar, die alle publizierten frühmittelalterlichen Fundstellen enthält. Im Laufe des Projekts wird diese Datenbank mit Informationen aus unpublizierten Grabungs- und Fundberichten aus Slowenien und Österreich ergänzt und einer Raumanalyse unterzogen. Die archäologisch-historischen Studien der Mikroregionen gehen einher mit Analysen des site-catchment, Sichtbarkeit, Dichte, etc. unter Verwendung der ALS-Daten und mit einer retrograden Kulturflächenanalyse. Auf diese Weise können archäologische Daten mit ihrer Naturlandschaft kontextualisiert und ein neuer Blickwinkel auf diese Landschaft vermittelt werden. Statt als Punkte in eine Arbeitskarte werden frühmittelalterliche Fundstellen in ein naturgegebenes, mit Wegenetzen und Feldfluren gestaltetes Gelände eingebettet.

Als wichtigstes Ergebnis des Projektes ist die erste, ohne Rücksicht auf moderne Grenzen erzeugte analytische Zusammenschau frühmittelalterlichen Siedlungswesens im Südostalpenraum zu nennen. Die Ergebnisse der mikroregionalen Untersuchungen werden zum besseren Verständnis von Neu- und Wiederbesiedlungsprozessen sowie deren Verhältnis zur autochthonen Bevölkerung beitragen. Darüber hinaus werden die über den Stand der Technik hinausgehenden Tools und Algorithmen für GIS und ALS weiterentwickelt.

Weitere Informationen:

  • Projektbeschreibung auf der Hompage des Leadpartners ZRC SAZU
  • Beitrag in der Online-Zeitschrift Forum Archaeologiae: B. Štular – M. Lehner, Forschungsprojekt „Frühmittelalterliche Besiedlungsstrukturen im Südostalpenraum“, Forum Archaeologiae 90/III/2019 (http://farch.net).

 

FWF Projekt

"Settlement of the south-eastern Alpine region in the Early Middle Ages"

Leitung: Benjamin Štular (ZRC SAZU)

Leitung Universität Graz: Manfred LEHNER

Nr.: I 3992 (Internationale Projekte) - Lead Agency Verfahren mit ARRS (Slowenien)

Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil.

Manfred Lehner

Institut für Antike

Telefon:+43 (0)316 380 - 8124

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