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St. Michael am Zollfeld

Der Tempelbezirk von St. Michael am Zollfeld

ÖAW Doc (Laufzeit: 01.09.2020 – 31.08.2023)

Leitung: Julia Leitold, BA BA MA

In den Jahren 2001 bis 2005 führte das Landesmuseum Kärnten archäologische Untersuchungen und in Kooperation mit der Universität Aachen auch geophysikalische Untersuchungen in der Ortschaft St. Michael am Zollfeld durch. Letztere brachten eine rund drei Hektar große Siedlung samt eines großen Tempelbezirks, der bereits durch Luftbilder bekannt war, ans Licht. Das Hauptaugenmerk der Forschungskampagne lag auf der Freilegung dieses kaiserzeitlichen Tempels samt Portikus.

Der Tempel dürfte bereits im 17. Jh. bekannt gewesen sein. Der landschaftliche Kanzleibeamte Johannes Dominicus Prunner schrieb im Jahr 1691 in der von ihm verfassten Abhandlung „Splendor antiquae urbis Salae“ folgendes nieder :       „...an flachen Boden unter St. Michael nechst den Grätzenberg in einen Acker (alwo ein Haydnischer Tempel gewesen) vilfältige Antiquitäten/und gemeyne Opffer-Zeychen von Eysen ausgeacktert worden..“. Eine Störung im Befund und ein in das Jahr 1670 datierbarer stark verbogener Taler des Kaiser Leopolds deuten darauf hin, dass der Tempel spätestens in der Mitte des 17. Jhs. bereits einmal freigelegt wurde.

Danach scheint der Bau in Vergessenheit geraten zu sein. Die moderne Forschung wird durch Luftbildaufnahmen des Jahres 1976 erneut auf den Tempel aufmerksam, der zu dieser Zeit aber nicht als ein solcher erkannt wurde. Weitere Luftbildaufnahmen, die 1993 durch das Österreichische Bundesheer aufgenommen wurden, ließen aber letztendlich den Schluss zu, dass es sich bei der Anlage um einen Tempelbezirk handelt.

Die Grabungen ergaben, dass es sich bei dem Tempel um einen prostylen Podiumstempel mit einer Größe von 16,8 x 9,6 m handelt, der auf einer in drei Lagen vergossenen, 190 m³ mächtigen Fundamentplatte errichtet wurde. Darüber hinaus kamen auch Reste des Altarfundaments (3,6 x 2,7 m) und der Portikus (60 x 52 m), die mit ihren zwei Exedren eine besondere Stellung einnimmt, zutage.

Die Gesamtaufarbeitung spielt nun für die gesamte Sakralarchitektur der römischen Nord- und Westprovinzen eine wichtige Rolle. Der Tempelbezirk nimmt insofern eine Schlüsselposition ein, da er im Gegensatz zu vielen anderen bekannten Heiligtümern mit modernen Grabungsmethoden untersucht wurde, sodass neben dem stratigrafischen Befund auch eine große Menge an qualitätsvollen stratifizierten Funden sowie Architekturteile vorhanden sind. Besonders hervorzuheben ist, dass die in ihrer ersten Bauphase in hadrianischer Zeit (117–138 n. Chr.) errichtete Tempelanlage hinsichtlich ihrer Architektur ganz offensichtlich auf das Forum Augustum in Rom mit dem Tempel für Mars Ultor Bezug nimmt. Auch die Weihungen in St. Michael deuten neben der Verehrung des Halbgottes Hercules und des Kaisers auch auf die Verehrung von Mars Ultor hin, was für die Forschung von überaus hoher Bedeutung ist, da Mars Ultor außerhalb der Hauptstadt Rom nur im privaten Bereich auftritt und keine Weihungen aus einem Heiligtum bekannt ist.

Leitung

Univ.-Prof. Dr.habil.

Wolfgang Spickermann

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