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Neue Aspekte der römischen Idealplastik von Side

Neue Aspekte der römischen Idealplastik von Side

Projektleitung: A. Landskron

Die Skulpturen von Side gehören zu dem besterhaltenen Skulpturenmaterial in Kleinasien. Die Lage am Meer bzw. an der Handelsroute in die Levante, nach Ägypten und in den westlichen Mittelmeerraum begünstigte vor allem in der Kaiserzeit die Wirtschaft der antiken Hafenstadt, die sich im 2./3. Jh. n. Chr. zu einer der reichsten Städte Pamphyliens entwickelte. Mehr als 500 Skulpturen und Skulpturenfragmente aus römischer Zeit (Statuen, Fragmente, Köpfe, Statuetten, etc.) kamen während der Grabungen zu Tage. In der beantragten Studie werden vor allem die Neufunde der Idealplastik (männliche und weibliche Figuren von Gottheiten, Heroen oder Athleten) aus Side bis 2009 im Kontext von Herstellung, Zeit und Raum untersucht.

Die Skulpturenforschung verfolgt seit einigen Jahren verstärkt kontextuelle Fragestellungen und konnte erhebliche Fortschritte hinsichtlich Herstellung, Werkstätten, Material, Aufstellung, Wiederverwendung und Bemalung erzielen. Diese Kontexte sind bislang für die Skulpturen von Side nicht untersucht worden, daher ist das Ziel dieser Projektarbeit, neue Erkenntnisse zur Skulpturenlandschaft im pamphylischen Side zu erlangen. Zwei übergeordnete Themenbereiche stehen im Zentrum der Studie:

1. Die Skulpturen im Kontext (Herkunft/Fundort; Aufstellung; Auftraggeber; Stifter, historischer Kontext)

2. Herstellungs- und Werkstattfragen (Herkunft des Marmors/Marmoranalysen; stilistische und technische Untersuchungen der Figuren, Nachweis von Bemalung; Bildhauer, die Evidenz der Inschriftenfunde; Vergleichende Studien mit Skulpturen anderer Fundstätten)

Von einigen Statuen und Fragmenten aus Side soll eine Steinprobe entnommen werden, um die Herkunft des Marmors festzustellen und Aufschlüsse über die Verbreitung und Verwendung von Marmor für die Skulpturen in Side zu erhalten. Die Untersuchung von technischen und stilistischen Eigenheiten wird Aufschlüsse über Traditionen von Bildhauerschulen und Werkstätten oder wandernden und lokalen Bildhauern erbringen. Zu untersuchen ist ferner, wie die Bildhauerwerkstätten in Side organisiert waren und ob fertige Skulpturen importiert bzw. vorgefertigte angekauft und in den Werkstätten Vorort fertiggestellt wurden. Mittels UV-Fluoreszenzfotografie und dem VIL-Verfahren (Visible Illuminated Luminescence) sollen außerdem Farbpigmente an einigen Skulpturen untersucht bzw. nachgewiesen werden. Außerdem verfolgen wir in dem Projekt das Ziel, den historischen Kontext der Skulpturen nachzuvollziehen, Wiederverwendung und Überarbeitung von Statuen und Zeichen von „Ikonoklasmus“ zu untersuchen, unter Berücksichtigung epigraphischer Zeugnisse. Ferner wird die Frage nach einem möglichen Bildprogramm erörtert, nach dem die Auswahl der Figurentypen erfolgt sein könnte. Ein wichtiger Aspekt sind vergleichende Studien zu anderem Skulpturenmaterial, beispielsweise in Perge, Sagalassos, Ephesos oder Milet. Das Forschungsvorhaben wird in Kooperation mit der Anadolu Üniversitesi Eskişehir, der Ausgrabung und dem Museum in Side und mit der Montanuniversität Leoben (Marmoranalysen) durchgeführt.

Team der Universität Graz:

Alice Landskron (Projektleitung)

Lukas Jung (Projektmitarbeiter seit Oktober 2020)

Jennifer Semler (Projektmitarbeiter seit Oktober 2020)

Gordian Landskron (Fotograf)

Manuel Reimann (Projektmitarbeiter 2016-2020)

Nationale Kooperation:

Walter Prochaska (Montanuniversität Leoben)

 

Vasiliki Anevlavi (ÖAW Wien)

FWF Projekt

"New Aspects of Roman Ideal Sculpture from Side"

Project Leader: Alice LANDSKRON

Austrian Science Fund, Project P-32539

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